1. Die Prämisse der Analyse
Der SPIEGEL-Artikel vom 12. August 2026 berichtet, dass das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Sachsen-Anhalt die AfD in die Regierungsarbeit einbeziehen will. Das BSW strebt die Abwahl des CDU-Ministerpräsidenten an und will einen „überparteilichen“ Ministerpräsidenten, der „auch mit der AfD“ regiere. Im dritten Wahlgang würde sich das BSW enthalten, um der AfD die Mehrheit zu ermöglichen.
Die wortlautzentrierte Methode prüft diesen Vorgang nicht auf seinen politischen Gehalt, sondern auf seine formelle und methodische Vereinbarkeit mit dem klaren Wortlaut des Grundgesetzes. Sie fragt: Ist die Wahl, bei der die AfD und das BSW antreten, überhaupt gültig?
Die Antwort ist: Nein. Die Wahlgesetze in Sachsen-Anhalt sind ex tunc nichtig, weil sie gegen das absolute Zitiergebot (Art. 19 Abs. 1 Satz 2 GG) verstoßen. Die gesamte politische Debatte ist Makulatur. Weiterlesen