1. Die Prämisse: Ein Zitat, das die Wirklichkeit beschreibt
Das Zitat des chinesischen Philosophen Lao-tse (Tao Te King, Kapitel 58) beschreibt einen Staat, dessen Verwaltung unauffällig ist – dessen Volk froh ist. Doch wenn die Verwaltung aufdringlich wird, wird das Volk gebrochen. Das Geordnete verkehrt sich in Unordnung, das Gute in Schlechtes. Das Volk gerät in Verwirrung. Zitat:
»Der, des Verwaltung unauffällig ist, des Volk ist froh. Der, des Verwaltung aufdringlich ist, des Volk ist gebrochen. Elend, ach, ist es, worauf Glück sich aufbaut. Glück, ach, verschleiert nur Elend. Wo soll das hinaus? Das Ende ist nicht abzusehen. Das Geordnete verkehrt sich in Unordnung, das Gute verkehrt sich in Schlechtes. Das Volk gerät in Verwirrung. Ist es nicht so, täglich, seit langem? Daher ist der Hohe Mensch rechteckig, aber er stößt nicht an, er ist kantig, aber verletzt nicht, er ist aufrecht, aber nicht schroff. Er ist klar, aber will nicht glänzen.«
Die wortlautzentrierte Methode fragt: Trifft diese Beschreibung auf den bundesdeutschen Staat zu? Ist der Staat, der sich selbst „Rechtsstaat“ nennt, wirklich ein Rechtsstaat – oder ist er das Gegenteil?
Die Antwort ist vernichtend: Weiterlesen →