1. Der Fall: Ein Abgeordneter auf Durchreise
Der SPIEGEL (08.07.2026) berichtet über einen bemerkenswerten Fall: Martin-Benedikt Schäfer (CDU) rückt für einen Parteikollegen in den Hessischen Landtag nach – mitten in der Sommerpause. Er wird zwei Monate lang monatlich 11.500 Euro (Diäten + steuerfreie Kostenpauschale) erhalten, also insgesamt rund 23.000 Euro – ohne eine einzige Plenarsitzung zu erleben. Danach will er das Mandat niederlegen, um Frankfurter Dezernent für Sicherheit und Ordnung zu werden.
Die Opposition spricht von „Geld fürs Nichtstun“. Schäfer selbst sagt: „Ich habe mir den Zeitpunkt nicht ausgesucht“ – es sei ein „normaler demokratischer Prozess“.
Die wortlautzentrierte Analyse fragt jedoch: Ist das wirklich ein „demokratischer Prozess“ – oder ist es die Selbstdarstellung eines Systems, das sich selbst bedient? Weiterlesen





